Am Vormittag des 16 November 2006 hatten wir das Glück während unserer Videoaufzeichnungen der explosiven
(Strombolianischen) Phase einen pyroklastischen Strom auf dem
Vulkan Ätna
zu filmen der auch vom INGV
(Istituto Nazionale di Geofisica e Vulcanologia) dem Institut für Geophysik und Vulkanologie in
Catania
bestätigt wurde.
Pyroklastische Ströme treten auf dem Vulkan Ätna in Sizilien eher selten auf,
aus diesem Grund zählt der Etna auch zu den weniger gefährlichen Vulkanen obwohl
er einer der aktivsten der Welt ist. Pyroklastische Ströme zeigen sich meistens
während explosiver Eruptionsphasen.
Bei solch einem vulkanologischen Ereignis findet
eine Dispersion aus Gas und Feststoffen statt die sich mit einer sehr schnellen
Geschwindigkeit Hang abwärts bewegt.
Online Video
In diesem online Video sieht man wie sich ein kleiner pyroklastischer Strom am zentralen Südkrater
zwischen 3350 und 3050 Meter löste und in südöstliche Richtung bewegte.
Insgesamt konnte ich 2 Ströme zwischen 7:24 und 7:30 Uhr am Morgen des 16 November 2006 beobachten und filmen.
Ein pyroklastischer Strom kann Geschwindigkeiten von 400 bis 700 km/h und Temperaturen von
300 bis 800 °C erreichen. Der
Vesuv
in Neapel
zerstörte auf diese Art und Weise 79 n.Chr.
die Städte
Pompeji
und Herculaneum.
Die zurückgelegte Strecke in diesem Fall reichte bis zu
15 Kilometer weit. Es gab allerdings auch schon pyrioklastische Ströme die über 50 Kilometer
zurückgelegt haben.
Glutlawinen sind besonders gefährlich und meistens nicht vorhersehbar.
Die Zerstörungskraft ist enorm und einige bedeutende Vulkanologen wie Maurice Krafft oder Harry
Glicken sind durch solche Glutlawinen ums Leben gekommen. Obwohl die Vulkanologen während ihrer Beobachtungen
einige Kilometer vom Hauptkrater entfernt waren, konnten diese nicht schnell genug flüchten.
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