Sizilianischer Mafiaboss Bernardo Provenzano

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Bernardo Provenzano wurde am 31. Januar 1933 in Corleone einer kleinen Gemeinde in der Provinz von Palermo geboren. Aufgrund seiner gewalttätigen Art wie er seine Feinde ermordete nannte man ihn auch Binnu u tratturi was soviel bedeutet wie Bernardo der Traktor. Er war Mitglied der Mafia Corleonesi von Luciano Liggio und beteiligte sich mit Salvatore Riina an der „guerra di Mafia“ gegen den Clan von Michele Navarra.

Bernardo Provenzano alias Binnu u tratturi

Kaltblütiger Mafia Mörder

Nach einem Mordauftrag von Luciano Liggio wurde Bernardo Provenzano angezeigt, allerdings niemals gefasst. Er ermordete Francesco Streva, Biagio Pomilla, Antonino Piraino die zum Clan von Michele Navarra gehörten, nur Francesco Paolo Streva lies er halb tot am leben damit er seinen Clanmitgliedern berichten kann was Binnu u tratturi mit ihnen machen würde. Er schoss allen zuvor in die Beine um diese dann langsam und gezielt kaltblütig zu ermorden.

Der Aufstieg zum Mafiaboss

Nach dieser Bluttat verschwindet Bernardo Provenzano in den Untergrund, das einzige was die Justiz hatte war ein Foto, sowie einige Sprachaufzeichnungen, die im Gerichthof von Agrigent gelagert wurden und kurz darauf auch spurlos verschwanden. Er war in den Folgejahren weiterhin Aktiv an duzenden Morden beteiligt, veranlasste die Mafia zwischen 1970 bis 1980 im Untergrund zu operieren und forderte das die Organisation sich in die legalen Geschäfte infiltrierte. Nach der Inhaftierung von Luciano Liggio 1974 stieg Salvatore alias Totò Riina als Boss des Corleonesi Clan auf, Provenzano wurde seit dem als seine rechte Hand angesehen. Viele sind sogar der Meinung das er der wahre Boss war und Riina nur sein Stellvertreter in der Öffentlichkeit.

Festnahme & Inhaftierung des Mafiaboss

Bernardo Provenzano wurde 43 Jahre lang von der Polizei gesucht ohne das man wirklich wusste wie er aussieht. Am 11. April 2006 gelang es dann endlich den Mafiaboss in einer kleinen Hütte 2 Kilometer außerhalb von Corleone festzunehmen. Er leugnete nicht Bernardo Provenzano zu sein, mehr hat er bislang nicht von sich gegeben. Die Polizei fand in der Hütte einige kleine Zettel die man Pizzini nennt, durch diese kommunizierte er mit seinen Gefolgsleuten. Auf solchen Zetteln stand zum Beispiel wie viel Schmiergeld an bestimmte Funktionäre in interessanten Positionen zu zahlen waren. Summen von paar tausend Euro für einen einfachen Polizisten bis hin zu paar zehntausend Euro für Politiker oder Anwälte wurden gezahlt um die Machenschaften der Cosa Nostra zu decken.

La Omerta das Gesetz des Schweigens

Bislang hält sich Bernardo Provenzano an den Ehrenkodex der Omerta und schweigt, allerdings werden ihm über 50 Morde zu last gelegt von denen man weiss, wie viele der Mafiaboss wirklich beseitigen lies, das weiss nur er und das sind sicherlich weit mehr als die Justiz zu wissen scheint. Nicht umsonst nannte der Mafiajäger Giovanni Falcone Bernardo Provenzano den blutigsten Mafioso den die Geschichte bisher hervorgebracht hat. Binnu u tratturi geht jedenfalls als letzter Boss der Bosse in die Geschichte des organisierten Verbrechens ein, was jetzt nach seiner Festnahme geschehen wird ist unklar, Fakt ist allerdings das die Mafia nie lange warten mussten um einen neuen Boss zu ernennen.

Die blutigen Morde 2006 in Neapel (siehe News 31-10-2006) scheinen ein Indiz für eine Neustrukturierung der Mafia zu sein. Viele Hintermänner und Anhänger von Provenzano werden sich entweder wieder an die Spitze erheben oder ermordet werden um einen neuen Clan an die Spitze der Cosa Nostra zu geleiten.



Weiterführende Informationen
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